Warum es keinen seriösen Pauschalpreis gibt
Zwei Schriftzüge können auf dem Foto fast identisch aussehen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Arbeit machen. Ein frisches Graffiti auf einer glasierten Klinkerwand sitzt an der Oberfläche und lässt sich mit dem passenden Reiniger lösen. Derselbe Schriftzug auf rauem Sandstein, der drei Wochen in der Sonne stand, ist tief in die Poren eingezogen und braucht mehrere vorsichtige Durchgänge.
Wer Ihnen am Telefon einen festen Preis nennt, ohne die Fläche gesehen zu haben, kann deshalb nur zwei Dinge tun: einen großzügigen Sicherheitsaufschlag einkalkulieren oder vor Ort nachverhandeln. Beides ist nicht in Ihrem Interesse. Auch pauschale Preislisten aus dem Internet helfen wenig, weil sie den entscheidenden Faktor nicht kennen: Ihren Untergrund.
Was sich seriös sagen lässt: aus welchen Faktoren sich der Preis zusammensetzt und wie Sie zu einer verbindlichen Zahl für Ihre Fläche kommen. Genau darum geht es in diesem Artikel.
Die fünf Preisfaktoren im Überblick
Bei jeder Graffitientfernung entscheiden im Kern dieselben fünf Punkte darüber, wie viel Zeit, Material und Technik nötig sind:
- Größe der Fläche: Ein einzelner Schriftzug an der Garage ist etwas anderes als eine Fassade über zwei Etagen. Dabei gilt: Der Aufwand wächst nicht linear. Anfahrt, Aufbau und Probefläche fallen einmal an, deshalb ist der zweite Quadratmeter günstiger als der erste.
- Untergrund, saugend oder dicht: Der größte Hebel. Auf dichten Flächen wie Glas, Metall oder glasiertem Klinker bleibt die Farbe an der Oberfläche. Saugende Untergründe wie Putz, Sandstein oder Sichtbeton nehmen die Pigmente in die Poren auf, dort sind mehrere schonende Durchgänge nötig.
- Farbtyp und Schichtdicke: Ein dünner Sprühnebel löst sich leichter als ein mehrfach übersprühter Schriftzug. Auch das Material macht einen Unterschied: Sprühlack, Filzstift oder Bitumenfarbe reagieren auf unterschiedliche Reiniger, manche Schichten müssen Lage für Lage abgetragen werden.
- Zugänglichkeit und Höhe: Eine Wand auf Augenhöhe mit Platz davor ist der einfachste Fall. Flächen über Vordächern, hinter Bepflanzung oder im Innenhof brauchen mehr Rüstzeit, ab einer gewissen Höhe kommen Leiter, Gerüst oder Hubtechnik dazu.
- Folgearbeiten: Auf saugenden Untergründen kann nach der Entfernung ein blasser Umriss zurückbleiben, der eine Nacharbeit oder das Angleichen der Fläche nötig macht. Und wer eine wiederholt besprühte Fläche dauerhaft schützen will, plant eine Anti-Graffiti-Beschichtung als eigene Position ein.
Wie stark der Untergrund das Verfahren bestimmt, sehen Sie auch an unseren Leistungsseiten: Fassaden aus Putz und Beton behandeln wir anders als Naturstein und Klinker oder Metall und Glas.
Erst die Besichtigung, dann der Preis
Aus diesen fünf Faktoren folgt unser Vorgehen: Wir schauen uns die Fläche an, bevor wir eine Zahl nennen. Bei der kostenlosen Besichtigung prüfen wir den Untergrund, legen an einer unauffälligen Stelle eine Probefläche an und testen, welcher Reiniger die Farbe löst, ohne die Oberfläche anzugreifen.
Zur Ehrlichkeit gehört auch das Gegenteil eines Auftrags: Ist die Farbe tief in einen gestrichenen Putz eingezogen, kann ein partieller Neuanstrich das bessere und günstigere Ergebnis sein als eine erzwungene Komplettentfernung. Auch das sagen wir Ihnen vor dem Einsatz, nicht danach.
Die Probefläche gehört bei uns fest zur kostenlosen Besichtigung. Erst wenn klar ist, wie der Untergrund auf den Reiniger reagiert, lässt sich der Aufwand für die ganze Fläche belastbar beziffern. So arbeiten wir seit über vier Jahren, mit 12 festen Mitarbeitern und über 100 Kunden in Köln und im Umland.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Vergleichen können Sie Angebote nur, wenn drinsteht, was genau gemacht wird. Ein Angebot zur Graffitientfernung sollte diese Punkte klar benennen:
- Die Fläche: Lage, ungefähre Größe und der Untergrund, auf den sich der Preis bezieht
- Das Verfahren: womit gearbeitet wird und dass vorab eine Probefläche angelegt wurde
- Folgearbeiten als eigene Positionen: Nacharbeit bei Restschatten, Angleichen der Fläche, auf Wunsch eine Anti-Graffiti-Beschichtung
- Zugänglichkeit: ob Leiter, Gerüst oder Hubtechnik eingerechnet sind
- Foto-Dokumentation vorher und nachher, falls Sie die Bilder für Versicherung oder Eigentümerversammlung brauchen
- Der Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung
Fehlt die Beschreibung der Fläche oder des Verfahrens, fragen Sie nach. Ein niedriger Preis ohne Leistungsbeschreibung ist oft nur ein niedriger Preis für weniger Leistung. Hausverwaltungen mit mehreren Objekten rechnen übrigens meist besser mit einem Rahmenvertrag als mit Einzelaufträgen.
Wann die Versicherung zahlt
Graffiti ist Sachbeschädigung. Ob Ihre Gebäudeversicherung die Entfernung übernimmt, hängt vom Vertrag ab: Graffitischaden ist je nach Wohngebäude- oder Gewerbepolice als Baustein enthalten oder zubuchbar, teils mit Selbstbeteiligung oder Jahresobergrenze. Ein Blick in die Police oder ein Anruf beim Versicherer lohnt sich also, bevor Sie beauftragen.
Wichtig für die Regulierung sind Fotos der Fläche und in der Regel eine Anzeige bei der Polizei. Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen und welche Unterlagen der Versicherer üblicherweise sehen will, haben wir im Ratgeber Graffiti melden: Anzeige und Versicherung zusammengefasst.
In vier Schritten zum kostenlosen Angebot
Damit aus den Faktoren eine konkrete Zahl für Ihre Fläche wird, reicht Folgendes:
- Fläche melden: Schicken Sie uns über das Formular ein Foto der Fläche, die ungefähre Größe und die Adresse. Ein Handyfoto genügt.
- Kostenlose Besichtigung: Wir sehen uns Untergrund, Farbe und Zugänglichkeit vor Ort an und legen eine Probefläche an.
- Unverbindliches Angebot: Sie erhalten ein Angebot mit klaren Positionen, das Sie in Ruhe prüfen und vergleichen können.
- Entfernung und Abnahme: Nach Ihrer Freigabe entfernen wir das Graffiti und gehen die Fläche gemeinsam mit Ihnen ab, auf Wunsch mit Foto-Dokumentation.
Bei Fragen zum Angebot sprechen Sie direkt mit der Geschäftsleitung: Bei uns kalkuliert kein Callcenter, sondern der Betrieb, der auch vor Ort arbeitet.


